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Keine Chance mit der Kamera-Vollautomatik

Vor einem Jahr hatte ich einen Blogbeitrag geschrieben, in dem es um das Fotografieren von Vögeln im Winter geht. Damals mit "Stativ ist Pflicht..." und genauer Anleitung. Naja, im Grunde geht es auch einfacher. Ich hab mir gestern meine geliebte Panasonic Lumix FZ1000 gekrallt, ein paar Einstellungen geändert und durch die Fensterscheibe aus ca. 30m Entfernung aus der Hand fotografiert. Zugegeben: Pixelzähler werden das Ergebnis katastrophal nennen, aber es hat Spaß gemacht. Und es ist faszinierend, Vögel im Flug aufzunehmen und die einzelnen Federn des Gefieders detailliert zu sehen.

Hier ein paar Beispiele:

Warum du dabei mit der Kamera-Vollautomatik keine Chance hast

Was macht das (grüne) Vollautomatik? Genau: sie macht, was sie will. Ohne Rücksicht darauf, was sich vor der Linse bewegt. Ihr Ziel ist erst mal die richtige Belichtung.
Nehmen wir mal das Beispiel mit den Vögeln am Vogelhaus. Bei normalen Wetterbedingungen (bewölkt, Tageslicht) wird sich die Kamera-Automatik vielleicht für ISO 400, Blende 5.6 und 1/200 sek. Belichtungszeit entscheiden. Dass sie - falls es ihr im Geäst des Strauches zu dunkel erscheint, den Blitz hinzuschaltet, wollen wir mal im Interesse der Vögel außer Acht lassen. Wie wird unser Bild aussehen? Vermutlich wirst du nur die Vögel sehen, die sich für deine Fotoaufnahmen still gehalten haben. Vögel im Flug? Mit Sicherheit Fehlanzeige - vielleicht ein Schatten ihrer Selbst, mehr nicht.

Wichtig ist die Belichtungszeit

Der wichtigste Faktor, wenn wir Vögel im Flug scharf darstellen möchten, ist die Belichtungszeit. Da haben wir mit 1/200 sek. keine Chance, wir werden vom Vogel nur einen Schatten (wenn überhaupt) sehen. Wir brauchen hier eine Belichtungszeit von 1/2000, noch besser 1/4000 sek. Da kannst du deine Kamera mal richtig ausreizen, denn bei den meisten Kameras ist 1/4000 sek. die kürzest mögliche Zeit. Profi- oder Halbprofikameras können schon mal 1/8000 sek.

Wo wird die Belichtungszeit eingestellt?

zeitvorwahlOben auf deiner Kamera findest du das Programm-Wählrad. Ja, genau dort, wo du sonst deine grüne Vollautomatik einstellst. Hier müssen wir nun der Vollautomatik ein wenig ins Handwerk pfuschen.
Schritt 1: Du wählst die Zeit vor. Stelle erst mal das Programmwählrad auf T/Tv oder S, je nach Kamera-Hersteller.
T = Time (Zeit, Belichtungszeit)
v = value (der Wert)
S = Shutter (der Verschluss)
Canon: Tv | Nikon, Sony: S

An einem weiteren Drehrad (wenn du nicht weißt wo, such mal in der Bedienungsanleitung nach Zeitvorwahl oder Blendenautomatik) stellst du nun die Zeit ein. Versuch es erst mal mit 1/2000 sek. (Kann sein, dass es nur die Zahl 2000 anzeigt). Was macht die Kamera? Sie sucht sich die entsprechende Blende dazu. Bei einer solch kurzen Zeit möchte sie natürlich die Blende möglichst weit öffnen, damit in dieser kurzen Zeit genügend Licht auf den Sensor fällt. Die Tragik ist nun, dass nicht jedes Objektiv die Blende weit genug öffnen kann, meist blinkt es dann im Sucher.
Schritt 2: ISO anpassen. Die ISO-Einstellung macht den Sensor (ist das, was früher der Negativ- oder Diafilm war) empfindlicher. Wenn also bei der kurzen Zeit zuwenig Licht durchkommt, musst du die ISO-Einstellung nach oben korrigieren. Kann sein, dass du 800, 1600 oder gar 3200 ISO brauchst, bis nichts mehr blinkt. Der Preis, den du dafür bezahlst, ist höheres Bildrauschen (grieselige Fotos), aber das wiegt untertags nicht so schwer und kann in Photoshop oder Lightroom gut korrigiert werden.
serienaufnahmeSchritt 3: Den günstigsten Augenblick erwischen. Vergiss es! Du wirst nie so schnell sein wie ein Vogel im Flug. Bis du die Kamera auslöst, ist dein Vogel über alle Berge - oder zumindest nicht mehr in deinem Blickfeld. Hier musst du der Kamera vertrauen. Stelle die Kamera auf schnelle Serienaufnahme und lass den Auslöser durchgedrückt. Mit Sicherheit werden unter den vielen Fotos einige sehr schöne Aufnahmen sein.

JPG statt RAW

Stelle deine Kamera auf das JPG-Format ein, beim RAW-Formatdauert es länger, bis die Kamera die immensen Datenmengen auf die Speicherkarte geschaufelt hat (ausser du hast eine sehr gute Kamera und eine sehr schnelle Speicherkarte).

Warum Schwarzweiß?

Ist reine Geschmackssache. Ich liebe dieses reduzierte Fotografieren mit wenig Ablenkendem auf dem Bild. Für mich ist Weniger Mehr. Das ist auch mein Ansatz in der Meditativen Fotografie.
Probiers einfach aus! Wenn du noch nicht so fit bist was den Zusammenhang von Blende, Belichtungszeit und ISO betrifft, hast du hier ein gutes Übungsfeld. Der Winter ist ja vermutlich noch nicht ganz vorbei.
Georg Schraml

Geschrieben von : Georg Schraml

Georg Schraml ist Gründer von "Fotografieren verbindet". Seine Fotografischen Schwerpunkte sind Fototrainings (Seminare, Workshops, Fotoreisen), Porträtfotografie und Meditative Fotografie.

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