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Vögel fotografieren im Winter

Was ist der Reiz beim Vögel fotografieren?

Unser menschliches Auge ist ein Wunderwerk. In vielen Situationen ist es jeder Kamera weit überlegen, zum Beispiel bei sehr hohen Kontrasten. Das Auge kann diese in der Regel problemlos ausgleichen, während bei der Kamera entweder die hellen Bildstellen ausgefressen (ohne Pixel/Bildinformationen) sind, oder die dunklen unterbelichtet, ohne erkennbare Zeichnung.

voegel 1190015 450x300In einem Bereich aber hat die Kamera die Nase vorn, nämlich wenn es um (sehr) schnelle Bewegung geht. Den Flügelschlag einer Meise beim Vogel fotografieren kann das Auge nicht sehen. Die Kamera hingegen kann bei entsprechender Kameraeinstellung jede einzelne Feder im Flug zeigen. Hier eröffnen sich für dich neue und spannende Ansichten.

Die Kameraeinstellungen beim Vögel fotografieren

 

kameraeinstellung voegelBei den Kameraeinstellungen, wenn du Vögel fotografieren willst, liegt das Geheimnis erst mal in einer sehr kurzen Belichtungszeit. Da die Vollautomatik nicht weiß, dass du diese brauchst, solltest du diese auf jeden Fall vermeiden.

Gehen wir der Reihe nach vor, ich benutze dabei die Nummerierungen in dem Bild oben mit der Kamera.

(1) Stelle die Kamera (meist am Drehrad oben) von der grünen Vollautomatik um in den Manuellen Modus M. Damit kannst du die Belichtungszeit und die Blende getrennt einstellen. Wie genau das bei deiner Kamera funktioniert, solltest du - falls es dir nicht geläufig ist - im Handbuch nachlesen unter "Manueller Modus".

(2) Stelle nun zunächst die Belichtungszeit ein. Meine Bilder unten habe ich teilweise mit 1/800 und mit 1/1250 sek, eingestellt. Besser ist, wenn du eine noch kürzere Zeit, z.B. 1/2000 sek. oder 1/4000 sek. wählst, damit die Flügel der Vögel wirklich scharf abgebildet werden.

(3) Nun ist die Blendeneinstellung an der Reihe. Bei der sehr kurzen Belcihtungszeit solltest du die Blende möglichst weit öffnen (kleine Blendenzahl, z.B. 2.8), damit deine Bilder nicht unterbelichtet und damit zu dunkel werden.

Hier liegt es in erster Linie daran, was dein Objektiv leistet. Wenn du beim Vögel fotografieren das Vogelhaus mit einem Zoom heranholst und eine lange Brennweite (z.B. 200mm und mehr) hast, öffnet sich in der Regel die Blende nicht mehr so weit - außer du hast ein gutes (teures) Objektiv mit durchgehender Lichtstärke von z.B. 2.8.

(4) Wenn du nun bei deiner Zeit/Blende-Kombination merkst, dass die Bilder zu dunkel werden, gibt es noch eine Stellschraube: die ISO-Einstellung. Diese musst du eventuell nach oben korrigieren, damit wird der Sensor empfindlicher und du bekommst wieder mehr Helligkeit ins Bild. Allerdings kann es sein, dass damit die Fotos grobkörniger werden, man nennt das Bildrauschen.

(5) Beim Vogel fotografieren ist ein Stativ Pflicht. Vögel sind sehr scheu und bei der kleinsten Bewegung von dir fort. Ich habe festgestellt, dass, selbst wenn ich das Stativ im Raum/Wintergarten aufstelle, die Vögel eine ganze Zeitlang vom Vogelhäuschen fernbleiben. So als ob sie merken würden, dass du sie fotografieren möchtest. Hab also Geduld.

Wichtig: falls du am Objektiv oder in der Kamera einen Bildstabilisator hast, schalte diesen aus! Ist zwar bei solch kurzen Belichtungszeiten nicht erheblich, aber du solltest das bei Stativverwendung grundsätzlich beachten. Warum? Ein Bildstabilisator versucht immer deine Bewegung beim Fotografieren auszugleichen, auch auf dem Stativ. Diese Kameratätigkeit ergibt dann schnell unscharfe Bilder. Also einfach eine Sache zum Angewöhnen.

(6) Benutze einen Fernauslöser, in diesem Fall am besten einen Funkauslöser. So kannst du in sicherer Entfernung, ohne dass die Vögel dich wahrnehmen, auslösen. Beim kabelgebundenen Fernauslöser musst du immer in der Nähe der Kamera sein.

(7) Nun stelle dein Stativ mit der Kamera in einer günstigen Position auf, stelle mit dem Autofokus auf das Vogelhaus scharf und schalte dann um in den Manuellen Fokus (MF). Meist gibt es dafür einen Schalter am Objektiv. So muss sich die Kamera vor dem Auslösen nicht ständig neu scharfstellen und es geht wesentlich schneller.

(8) Wenn du auf Serienaufnahmen umschaltest, macht die Kamera in einer Sekunde mehrere Bilder. Wieviele, das hängt von den Fähigkeiten deiner Kamera ab. Doch die Chance, dass du interessante Fotos erhältst, steigt damit sprunghaft an! Ich stelle hier gerne vom RAW-Format auf das hochauflösende jpg-Format um, da die Kamera schneller arbeitet. Wenn sie die großen RAW-Dateien auf die Speicherkarte schaufeln muss, geht sie schnell in die Knie.

Nun mach dir eine Tasse Kaffee oder Tee, setz dich in den Sessel und beobachte erst mal, wie sich die Vögel langsam dem Vogelhäuschen annäheren, schließlich den Futterplatz bevölkern und dann plötzlich, wie auf Kommando alle gleichzeitig wegfliegen. Ist spannender als fernsehen!

Mach möglichst viele Aufnahmen, auch wenn es hernach beim Auswählen mehr Zeit kostet.

Nachbearbeitung am PC

voegel fotografieren klarheit dynamikWenn du Glück und schönes Wetter hast, kannst du Fotos hernach lassen wie sie sind. Ich hatte beim Fotografieren eine grau-trübe Stimmung und habe deshalb nachträglich in Lightroom die Klarheit und die Dynamik angehoben. Aber die Bildbearbeitung wäre hier ein Kapitel für sich. Wenn du genügend Auflösung hast, mache Ausschnitte aus deinen Bildern und konzentriere dich auf ein Hauptmotiv!

Wie du noch bessere Ergebnisse bekommst beim Vögel fotografieren

Die Fotos, die du auf dieser Seite siehst, sind mit "normaler" Ausrüstung und unter eher ungünstigen Lichtverhältnissen entstanden.

Ein paar Tipps, wie DU mehr herausholen kannst beim Vögel fotografieren:

  • Ich habe mit einer Bridgekamera (Panasonic Lumix FZ1000) fotografiert. Bei einer Spiegelreflex- oder Systemkamera kannst du mit einem guten Objektiv wesentlich bessere Qualität erzielen.
  • Sonniges Wetter, am besten am Vormittag oder Nachmittag, ist günstiger als diesiges Wetter (mit leichtem Schneefall), bei dem ich meine Fotos gemacht habe.
  • Achte auch auf den Hintergrund! Ein ruhiger Hintergrund lenkt nicht so vom Hauptmotiv ab wie die Äste in meinen Bildern (ich wollte die Sträucher nicht wegschneiden und die Bearbeitung in Photoshop wäre zu aufwändig gewesen).
  • Wenn du die Möglichkeit hast, die Kamera im Freien aufzustellen, ist das besser als hinter einer Glasscheibe.

Wie die siehst, kannst du durchaus bessere Ergebnisse erzielen als ich hier. Aber es geht nicht immer nur darum, die perfekten Bilder zu haben. Allein der Prozess des Fotografierens macht Freude und kann richtig entspannen, wenn man gerade in einer Stressphase ist.

Probiers aus, entspann dich dabei und lass es dir gut gehen!
Dein Fototrainer Georg Schraml

 

Georg Schraml

Geschrieben von : Georg Schraml

Georg Schraml ist Gründer von "Fotografieren verbindet". Seine Fotografischen Schwerpunkte sind Fototrainings (Seminare, Workshops, Fotoreisen), Porträtfotografie und Meditative Fotografie.
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